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Alles, was ist, darf sein

Ich habe das Buch "Achtsam in drei Atemzügen" von Doris Iding vor mir liegen und kreiere mit dessen Hilfe Content für meine Facebook- und Instragram-Präsenz. Da erinnere ich mich an eine Situation aus meiner Reise, die ich vor kurzem mit einer guten Freundin gemacht habe...

Wir waren insgesamt 10 Tage gemeinsam unterwegs und erkundeten die Schönheit der schottischen Highlands sowie den Trubel und die Sehenswürdigkeiten des alten London. Jeden Tag liefen wir so viel, dass uns Abends die Füße weh taten und so dauerte es nicht lange, bis ich mir an beiden Füßen mehrere Blasen gelaufen hatte. Jeder Schritt bereitete mir Schmerzen, aber selbstverständlich wollte ich das Programm trotzdem durchziehen (auch wenn ich hier und da mit etwas Jammern immer wieder auf meine Wehwehchen aufmerksam machte).


Jedenfalls meinte meine Freundin, dass wir es etwas langsamer angehen lassen könnten. Jeder der sie kennt, weiß, dass sie dies mit all ihrer Liebe auch genau so meint. Aber diesem Unterfangen stand mein Ego leider im Weg. Sie hatte diese Länder noch nie bereist und ich wollte unbedingt, dass sie in bester Erinnerung daran zurückdenken kann. Mein Ego wollte nicht, dass sie an eine kleine Mimose wie mich denken würde, die ihr die Möglichkeit verwehrte, alles zu sehen, was in der kurzen Zeit zu sehen möglich war. Zu unser beider Glück, war ich mir dieses Ego-Problems bewusst und sie sehr beharrlich. Also setzte ich m

ich einige Minuten auf eine Bank und schloss die Augen. Ich unterhielt mich mit meinem Ego, mit meinen Füßen und ich sprach ein kurzes Gebet. Mir wurde klar, dass die Reise trotzdem schön sein würde, auch wenn wir den ein oder anderen Tag etwas gemütlicher angingen, als ich es ursprünglich vorhatte. Mir wurde auch klar, dass mein Ego nur getrieben wurde von der kleinen Stimme in mir, die der Überzeugung war, wegen solch einer Sache eine schlechte Reisepartnerin zu sein oder gar eine schlechte Freundin. Und ich bat Gott darum, mir durch diese Erkenntnis doch einen Teil meiner körperlichen Schmerzen abzunehmen, da ich den alten, seelischen Schmerz doch nun gesehen hatte.

Und was macht man mit Schmerz? Man lehnt ihn nicht ab, sondern nimmt ihn an. Und auch wenn diese Prüfung für mich etwas schwierig war, da es ja nicht nur um meine Erfahrungen auf der Reise ging, nahm ich den Schmerz an. Und was soll ich sagen? Da wir dann wirklich ein paar Gänge hinunter geschaltet hatten, haben wir Dinge gesehen, die wir sonst wahrscheinlich verpasst hätten - so wie es ja fast immer der Fall ist...

Und ich bin zu der Erkenntnis gelangt, dass alles, auch Schmerz und das dazugehörige Jammern, sein darf. Ebenso wie mein Ego :)


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